Projekt2022-09-08T13:00:59+02:00
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Land NRW baut die Forschungsfertigung Batteriezelle in Münster

Erster Bauabschnitt der Großforschungsanlage für die industrielle Batteriezellen-Produktion soll Ende 2022 abgeschlossen sein

Der Bau der Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) geht in die heiße Phase. Mit dem ersten Spatenstich haben heute die Arbeiten am endgültigen FFB-Standort im Hansa-BusinessPark in Münster begonnen. In zwei Bauabschnitten entsteht eine Großforschungsanlage für die Produktion der Batteriezellen von morgen. Die Genehmigung seitens der Stadt Münster für den ersten Bauabschnitt liegt vor. Der Bau kann damit beginnen. Im Hansa-BusinessPark in Münster-Amelsbüren feierten heute Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft den ersten Spatenstich unmittelbar an der Querung der Autobahn A1 über den Dortmund-Ems-Kanal.

Moderne Forschungsfertigung auf 55.000 m² Grundstücksfläche

Während der Bund das Forschungsprojekt mit bis zu 500 Millionen Euro fördert, investiert das Land Nordrhein-Westfalen als Bauherr bis zu 180 Millionen Euro. Auf einer Fläche von mehr als 55.000 Quadratmetern entsteht eine zukunftsweisende, strikt anwendungsorientierte Forschungsfertigung für die großskalige Batteriezellproduktion. Am FFB-Standort sollen ökonomische und ökologisch nachhaltige Fertigungsverfahren für aktuelle sowie künftige Zelltechnologien erforscht und weiterentwickelt werden. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Batteriezellproduktion können Industrieunternehmen alle oder ausgewählte Prozessschritte erproben und für ihre Zwecke optimieren – und das unter wissenschaftlicher Begleitung an Produktionslinien bis in den Gigawatt-Maßstab.

Neben der Fraunhofer-Einrichtung FFB, die den Standort betreiben wird, sind als Partner das MEET Batterieforschungszentrum der WWU Münster, der Lehrstuhl PEM der RWTH Aachen und das Helmholtz-Institut Münster, eine Außenstelle des Forschungszentrums Jülich, beteiligt. Auch darüber hinaus steht die FFB allen Interessierten aus Wissenschaft und Wirtschaft für die Zusammenarbeit offen.

3.000 Quadratmeter Fläche stehen Ende 2022 bereits zur Verfügung

Bereits Ende 2022 stehen dem Fraunhofer-Institut im ersten Bauabschnitt mehr als 3.000 Quadratmeter Fläche für den Aufbau von Forschungsanlagen zur Verfügung. Damit wird der Forschungs-Betrieb schrittweise am endgültigen Standort konzentriert und ausgebaut. Die Landesentwicklungsgesellschaft NRW.URBAN sowie der Totalunternehmer Depenbrock Systembau GmbH & Co. KG treiben dabei die weiteren Planungen sowie den Bau voran. Schon während der Planungsphase werden erste wichtige Erkenntnisse für die Zellproduktion gewonnen.

Es folgt die nächste Ausbaustufe: Aktuell laufen bereits die Planungen für den zweiten Bauabschnitt, die FFB Fab. Damit wird die verfügbare Anlagenkapazität für die Produktionsforschung bis in den großindustriellen Maßstab ausgebaut. Erste Flächen für den Aufbau der Produktionsforschungsstraßen will das Land NRW bereits 2024 zur Verfügung stellen. 2025 erfolgt nach aktueller Planung die vollständige Übergabe des Neubaus der Großforschungsanlage an die Fraunhofer FFB.

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Der Aufbau der FFB beginnt im ersten Bauabschnitt mit der FFB PreFab. Die Erkenntnisse daraus fließen in die Planung der Fertigungslinie für die großskalige Batteriezellproduktion im zweiten Bauabschnitt (FFB Fab) ein.

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Die Forschungsanlage entsteht auf zwei Grundstücken zwischen Dortmund-Ems-Kanal und Autobahn A1 im Hansa-BusinessPark.

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In der FFB Fab sind Fertigungslinien im großindustriellen Maßstab geplant. Das Gesamtprojekt wird 2025 an die Fraunhofer-Gesellschaft übergeben.

Baustellentagebuch

Zum Baustellentagebuch
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Gesamtfläche der Grundstücke: Die Forschungsfabrik entsteht auf zwei Grundstücken von etwa 17.000 und 38.000 m² im Hansa-BusinessPark in Münster.

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 Mio. Euro

steuert das Land Nordrhein-Westfalen für Grundstück und Gebäude bei.

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Forschungsfläche sollen der Fraunhofer-Einrichtung FFB bereits Ende 2022 zur Verfügung stehen.

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wird die im zweiten Bauabschnitt entstehende FFB Fab umfassen.

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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden hier zukünftig neue Produktionsverfahren für Batteriezellen erforschen.

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stellt der Bund bis 2026 für das Forschungsvorhaben zur Verfügung.

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erfolgt die Übergabe des Neubaus der Großforschungsanlage an die Fraunhofer FFB. Bereits ab 2022 werden einzelne Teilbereiche in Betrieb genommen.

FFB-Planung und Aufbau bereits Teil der Forschungsarbeit

Schon Planung und Aufbau der Gesamtanlage sind Teil der Produkti-onsforschung. Für verschiedene, von Wirtschaft und Wissenschaft nachgefragte Anwendungsszenarien wird die FFB flexibel anpassbar sein. Schon über die Planung und Realisierung optimierter Trocken- und Reinraumtechnologie gewinnen die Projektbeteiligten zum Beispiel Erkenntnisse hinsichtlich eines effizienten Fabriklayouts. Flexibel hat sich im Planungsprozess auch das Land gezeigt: So reagierte es schnell auf geänderte Anforderungen und Empfehlungen seitens der Fraunhofer-Gesellschaft sowie der Industrie. Dabei passte es die Bauplanung an das neue Anlagenlayout an und stellte weitere 80 Millionen Euro frühzeitig für das Vorziehen einer Erweiterungsoption bereit.

Aktuell arbeiten und forschen bereits rund 60 Fachleute für die FFB, unter anderem im nur wenige Kilometer entfernten FFB Workspace an einer Beschichtungsanlage für Elektroden, die später in die FFB PreFab umziehen wird, oder an digitalen Modellen („Digitaler Zwilling“) von Gebäude, Produktionsanlage und Produkt.

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 © Studio Wiegel

Mit der Forschungsfertigung Batteriezelle entsteht in Münster ein Zentrum der anwendungsbezogenen Batterieforschung, das das geballte bundesweite Know-how auf diesem Feld bündelt. Der Industrie steht damit ab sofort ein zentraler Anlaufpunkt und dauerhafter Partner zur Verfügung, um dieses Wissen für sich noch besser nutzbar zu machen und schneller in die Anwendung zu bringen. Hierbei stehen nicht nur aktuelle Zelltechnologien im Fokus, sondern insbesondere auch die Entwicklung neuartiger Konzepte und die Vorbereitung künftiger Innovationszyklen.

Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Moderne, leistungsfähige Batteriezellen sind eine Schlüsseltechnologie der Energiewende. Sie haben schon jetzt eine zentrale Bedeutung für die Entwicklung zukunftsfester Technologien in der Logistik, für die Netzstabilität bei zunehmender Einspeisung erneuerbarer Energien, für die Elektromobilität und viele andere Branchen.

Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Wirtschafts- und Energieminister des Landes Nordrhein-Westfalen

Wir brauchen die Forschungsfabrik Batteriezelle (FFB) heute dringender als je zuvor. Sie ist ein neues Instrument in der deutschen Innovationslandschaft. Sie ist weltweit einzigartig und wird eine zentrale Rolle im Batterie-Ökosystem in Deutschland einnehmen. Wir setzen mit der FFB neue Maßstäbe: Sie ermöglicht den Transfer von neuen Batterietechnologien aus dem Labormaßstab in die industrielle Anwendung. Die FFB wird entscheidend dazu beitragen, dass in Deutschland innovative und nachhaltige Batteriewertschöpfungsketten entstehen. Batterien sind ein Schlüssel für unsere technologische Souveränität und die Mobilität der Zukunft; als stationäre Speicher leisten sie zudem einen Beitrag für unsere Energieversorgungssicherheit und helfen, unabhängiger von Energieimporten zu werden.

Judith Pirscher, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung

Um die ambitionierten Ziele der Klimaschutzpolitik zu erreichen, ist es essenziell, neuste Forschungsergebnisse schnell in die Anwendung zu überführen. Dabei kommt gerade der Produktion und Entwicklung von Stromspeichertechnologien eine entscheidende Bedeutung zu. Hier wird die Fraunhofer Forschungsfertigung Batteriezelle als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Industrie die zentrale Forschungs- und Fertigungsinfrastruktur zur Befähigung der Industrie für eine ökonomische und ökologische Produktion von Batteriezellen sein.

Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft

An der Universität Münster forschen internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bereits seit vielen Jahren daran, nachhaltige und hochperformante Batteriezellen für den Einsatz in Elektromobilität und stationären Energiespeicher-Systemen zu entwickeln. Mehr denn je wird aktuell deutlich, wie dringend wir diese für eine Energie- und Verkehrswende benötigen. Mit der FFB, wo exzellente Batterieforschung und Serienproduktion am Wissenschaftsstandort Münster zukünftig Hand in Hand gehen, kommen wir diesem Ziel nun einen Schritt näher.

Prof. Dr. Johannes Wessels, Rektor der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Es ist toll, dass wir schon in naher Zukunft hier in Münster eine Infrastruktur zur Forschung an der Batteriezellproduktion zur Verfügung haben. Ich möchte auch unseren Mitarbeitenden sehr für ihr Engagement danken. Alle freuen sich sehr auf die Forschungsarbeiten in der „FFB PreFab“ und blicken den bevorstehenden Projekten gespannt entgegen.

Prof. Jens Tübke, geschäftsführender Leiter der Fraunhofer FFB

Fortschrittliche Batteriespeichertechnologien sind ein wichtiger Innovationsmotor und zentraler Baustein für die Energiewende. Die Forschungsfertigung Batteriezelle wird einen bedeutenden Beitrag dazu leisten, die exzellente Expertise der Standortpartner unter einem Dach zu bündeln, damit diese den Weg schneller in die Anwendung finden. Dabei wird sie wichtige Orientierungshilfen bei der Entwicklung zukunftsweisender Batterietypen bieten – etwa von Batterien mit Festkörper- und Polymerelektrolyt, wie sie am Forschungszentrum Jülich intensiv erforscht werden.

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich

Münster wird zum Hotspot der Batteriezellforschung in Deutschland. Energiewende und Klimaschutz gepaart mit Forschung und Wissenschaft – das Leuchtturmprojekt FFB passt perfekt zum Wissens- und Wirtschaftsstandort Münster und Nordrhein-Westfalen. Sie forschen hier für das Übermorgen.

Gleichzeitig wird sich Münsters Allianz für Wissenschaft, in der führende Köpfe der Stadt, Wissenschaft und Wirtschaft eng verzahnt agieren, langfristig für dieses Kompetenzfeld engagieren – zu 100 Prozent, in allen Belangen.

Markus Lewe, Oberbürgermeister der Stadt Münster

Die Fraunhofer FFB ist ein nationales Einhorn, mit dem wir regionalen Unternehmen, internationalen Technologieführern und Startup-Unternehmen ein attraktives Umfeld in der Stadt Münster und der Region bieten können. Zukünftige, hocheffektive Speichertechnologien sichern Wettbewerbsfähigkeit, Fortschritt und Unabhängigkeit. Wir freuen uns, den Start der FFB in Münster möglich gemacht zu haben. Die weitere Entwicklung verfolgen wir mit Spannung.

Enno Fuchs, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Münster GmbH

Im Verbund mit der Fraunhofer FFB haben viele mittelständische Technologieunternehmen und Startups die Chance, neue Technologien schnell und im industriellen Maßstab zu erproben. Ergänzend zur Zellfertigung sind die Bereiche der Energietechnik (Einsatz von Wasserstoff), der Digitalisierung (VR/Digital Twin) und der Kreislaufwirtschaft (Sensorik) wesentlich. Die Entwicklung von Verbundprojekten und Kollaborationen mit der FFB in Münster werden von der Technologieförderung Münster initiiert und begleitet. Im Technologiehof Münster mit seinen Laboren und Büros können schon jetzt die ersten Schritte dazu unternommen werden.

Matthias Günnewig, Geschäftsleiter der Technologieförderung Münster GmbH

Die Forschungsfertigung Batteriezelle FFB ist eine herausragende Chance für die Region, eine führende Rolle in einer zentralen Zukunftstechnologie zu übernehmen. Wichtig ist dafür die weitere enge Vernetzung des FFB mit den vielen innovativen Unternehmen der Region – beispielsweise aus dem Anlagen- und Maschinenbau. Mit dem Know-how aus dieser Zusammenarbeit, für die die IHK auch über ihr internationales Netzwerk wirbt, kann sich eine neue wirtschaftliche Stärke der Region entwickeln.

Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen

„Wir freuen uns, mit der Errichtung der Forschungs- und Fertigungsinfrastruktur einen konkreten Beitrag zur Erforschung von Speichertechnologie und somit zum Gelingen der deutschen Energiewende leisten zu können. Unser Ansatz des maßgefertigten Schlüsselfertigbaus eignet sich ideal, um hochkomplexe Bauvorhaben wie jenes in Münster effizient zu realisieren. Während der gesamten Planung haben wir uns mit Bauherrn und Nutzer partnerschaftlich eng abgestimmt. So konnten wir auch auf die sehr spezifischen Anforderungen der FFB an die Nutzung des Objekts eingehen.“

Jörn Henrik Depenbrock, Gesellschafter der Depenbrock Bau GmbH & Co. KG (Totalunternehmer)

Als Betreiberin der Forschungsfertigung ist die Fraunhofer-Einrichtung eng in die Planungs- und Bauprozesse eingebunden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt für die FFB bis zum Jahr 2026 bis zu 500 Millionen Euro zur Verfügung.

Als Bauherr verantwortet NRW.URBAN im Treuhandauftrag des Landes Nordrhein-Westfalen die Errichtung der Forschungsfertigung Batteriezelle.

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Wir freuen uns auf Ihre Fragen, Wünsche und Anregungen.

info@forschungsfertigung-batteriezelle.nrw

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